Im Frühjahr 2022 beschlossen Florian Chlupka und Robert Gojani, ihre feste Anstellung aufzugeben und eine eigene Lohnbeschichtung zu gründen. Beide kannten Hunderte Lackierbetriebe von innen, der eine als Pulververkäufer, der andere als Einkäufer von Lackierarbeiten. Das Magazin für Oberflächentechnik widmete ihnen in Ausgabe 4/2024 einen Artikel von fünf Seiten. ESTEE baute die Anlage gemeinsam mit den Partnern EBS Licher und DOK-Chemie.
Auf einen Blick
- Kunde
- NanoCoat GmbH, Lüdinghausen (Deutschland)
- Investition
- 2,5 Millionen Euro
- Vorbehandlung
- Tunnel aus Polypropylen mit 4 Kammern (2 aktive Bäder, 5 Spülen, Passivierung mit Nanokeramik), abwasserfrei
- Öfen
- Hybrid, elektrisch oder mit Propan, vorbereitet für Wasserstoff
- Automatisierung
- UNICoater, Bedienung auch per Smartphone
- Veröffentlichung
- Magazin für Oberflächentechnik 4/2024, S. 20 bis 24

Vorbehandlung als Fundament
Ihre Marktanalyse im Umkreis von 50 km ergab, dass 11 von 13 Lackierereien keine prozesssichere Vorbehandlung haben. Bei NanoCoat wurde sie zum Herzstück der Anlage. Es ist der erste Tunnel aus Polypropylen in Deutschland. Wasser läuft von PP deutlich schneller ab als von Edelstahl, sodass die Anlage mit 16.000 Litern Badvolumen statt fast 19.000 auskommt. Das bedeutet 20 % weniger Volumen, Chemie und Heizenergie. Kaskaden und Dosierpumpen dosieren automatisch nach, ein Verdampfer und Umkehrosmose sorgen für einen abwasserfreien Betrieb.

Energie sparsam eingesetzt
- Die Chemie von DOK-Chemie arbeitet bei 40 °C statt der üblichen 50 bis 55 °C, die Konversionsschicht sogar bei Raumtemperatur.
- Die Abwärme der Brennkammer des Einbrennofens unterstützt den Haftwassertrockner.
- Die Vorbehandlung läuft zum größten Teil mit Abwärme der Öfen und der Kühlzone.
- Luftschleusen am Einbrennofen und am Haftwassertrockner begrenzen den Temperaturabfall beim Einfahren auf maximal 8 °C.
Gebaut für morgen
- Das Power & Free-System war von Beginn an für eine zweite, automatische Kabine vorgesehen. Diese wird jetzt ergänzt.
- Alle Verbräuche und Aufträge werden in UNICoater erfasst, und die Anlage kann aus der Ferne bedient werden.

Das Ergebnis
Ein Jahr nach dem Start sind die Auftragsbücher voll. Seit März 2024 arbeitet NanoCoat im Zweischichtbetrieb mit 15 Mitarbeitern, und das Lager musste bereits zweimal erweitert werden.
Quelle: „Mit Mut und Knowhow zum Erfolg“, Magazin für Oberflächentechnik, 78. Jahrgang, Ausgabe 4/2024, S. 20 bis 24.
Lesen Sie auch, wie ESTEE die Anlage von NanoCoat gebaut hat
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